1. Adblocker
Ein Adblocker zählt mittlerweile zur Grundausstattung der digitalen Selbstverteidigung. Denn die heile Welt der Online-Werbung hat schon lange ein großes Problem: Malvertising – also die Auslieferung von Werbung, die Schadcode beinhaltet und damit ein Risiko für den Nutzer bzw. seine Daten darstellt.
Im vorliegenden Beitrag der Serie »Firefox-Kompendium« möchte ich euch als erstes Addon den Adblocker uBlock Origin vorstellen. Der beliebte Adblocker ist nicht nur äußerst effektiv bei der Filterung von Werbung, Trackern, Social-Media-Buttons und weiteren »Internetkrankheiten«, sondern arbeitet auch effizient bzw. ressourcenschonend.
Weitere Details und Hintergrundinformationen zum Thema Adblocker könnt ihr im Kommentar »Adblocker sind digitale Selbstverteidigung« nachlesen. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit den Einstellungsmöglichkeiten des Addons und beleuchtet nicht die negativen Auswirkungen, die durch Malvertising oder Webtracking entstehen können.
Update 19.06.2024
Diese Artikelserie ist nicht mehr aktuell. Die meisten der vorgestellten Add-ons werden nicht mehr benötigt, da Mozilla einige Funktionen zum Schutz vor Tracking in Firefox integriert hat. Auch Anpassungen an der user.js sind nicht mehr unbedingt notwendig. In einer neuen Serie werden empfehlenswerte Browser vorgestellt und Tipps gegeben, wie die Browser konfiguriert/genutzt werden können, um die Privatsphäre beim Surfen weiter zu verbessern.
- Firefox: Ein Browser für Datenschutzbewusste – Firefox-Kompendium Teil1
- Firefox: uBlock Origin – Firefox-Kompendium Teil2
- Firefox: Decentraleyes – Firefox-Kompendium Teil3
- Firefox: First Party Isolation – Firefox-Kompendium Teil4
- Begleitartikel: Firefox-Kompendium: Warum ein JavaScript-Blocker notwendig ist
- Firefox: NoScript – Firefox-Kompendium Teil5
- Firefox: Smart Referer – Firefox-Kompendium Teil6
- Firefox: Neat URL – Firefox-Kompendium Teil7
- Firefox: Skip Redirect – Firefox-Kompendium Teil8
- Firefox: uMatrix – Firefox-Kompendium Teil9
- Firefox: about:config | user.js – Firefox-Kompendium Teil10
2. uBlock Origin: Anfänger
Bevor wir mit der Installation und Konfiguration von uBlock Origin beginnen, möchte ich euch noch ein paar Hinweise mit auf den Weg geben:
- Grüne Wiese: Im Idealfall habt ihr euren Firefox neu installiert (oder ein neues Profil angelegt) und habt bisher lediglich den ersten Teil der Artikelserie umgesetzt.
- Ausmisten: Wer hingegen sein bestehendes Firefox-Profil als Ausgangspunkt nimmt, der sollte vor der Installation von uBlock Origin zunächst ausmisten und andere Adblocker wie Adblock Plus deinstallieren. Diese oder ähnliche Addons sind nach der Installation von uBlock Origin nicht mehr notwendig – kein Adblocker arbeitet effektiver und effizienter als uBlock Origin.
2.1 Installation
Wie bei Firefox üblich wird uBlock Origin am besten direkt über die Addon-Seite von Mozilla installiert. Folgt einfach diesem Link und klickt auf »+ Zu Firefox hinzufügen«.

Anschließend muss die Installation mit einem Klick auf »Hinzufügen« bestätigt werden:

Nach einer erfolgreichen Installation wird das Icon von uBlock Origin in der Symbolleiste (rechts oben im Eck) auftauchen:

Die Installation ist damit abgeschlossen und uBlock Origin arbeitet mit den Standardeinstellungen, die wir allerdings anpassen werden. Die nachfolgenden Anpassungen (Ziffer 2.2) sind nicht zwingend erforderlich, erhöhen allerdings die Chance, dass Werbung, Tracker und andere privat- oder sicherheitsgefährdende Quellen blockiert werden. Wer hingegen nichts an der Standardeinstellung ändern möchte, der arbeitet nach der Definition von uBlock Origin im sogenannten »easy mode« (default). Das bedeutet:
- Werbung: Werbung wird größtenteils blockiert.
- Tracker: Tracker werden reduziert.
- Zielgruppe: Insgesamt ist die Standardeinstellung für alle jene interessant, die sich mit einem Adblocker gerne schützen möchten, allerdings wenig Bereitschaft aufbringen, sich mit nicht funktionierenden Seiten auseinanderzusetzen.
- Benutzerfreundlichkeit: Mit einer (sehr) hohen Wahrscheinlichkeit werden die meisten Webseiten ohne Probleme funktionieren – eine Interaktion mit dem Addon wird nicht erforderlich sein.
- Schutzfaktor: Basisschutz gegen Werbung und Tracker.
Wer es ganz einfach haben möchte, muss keine weiteren Anpassungen vornehmen. Wenn ihr allerdings die Blockierung von sicherheitsgefährdender Werbung und datensammelnden Trackern weiter reduzieren wollt, dann solltet ihr weiterlesen. Die Anpassungen sind auch für Anfänger einfach durchführbar.
2.2 Konfiguration
Sobald wir Änderungen an den Standardeinstellungen vornehmen, weichen wir vom »easy mode« ab. Mit den nachfolgenden Anpassungen weichen wir allerdings nur marginal vom Standard ab. Das bedeutet: Als Anfänger solltet ihr auch dann auf keine (oder nur sehr wenig) Probleme stoßen, wenn ihr die Anpassungen wie vorgeschlagen umsetzt.
Was wollen wir ändern? uBlock Origin arbeitet auf Basis von Filterlisten. Ist bspw. die Domain »www.xy.com« in einer der Filterlisten enthalten, wird uBlock Origin den Aufruf blockieren und Firefox wird keine Verbindung zur Domain herstellen. Im Folgenden ergänzen wir weitere Filterlisten, die uBlock Origin standardmäßig nicht aktiviert hat.
[1] Zunächst öffnen wir dazu das »Dashboard« von uBlock Origin:

[2] Anschließend wechseln wir auf den Tab »Vorgegebene Filter« und ergänzen folgende Häkchen bei »Werbung«, »Privatsphäre« und »Regionen, Sprachen«:

[3] Optional könnt ihr noch folgende Häkchen bei »Belästigungen« ergänzen, um nervige Cookie-Hinweise oder Social-Sharing-Buttons (Facebook, Twitter und Co.) zu blockieren:

Wer gerne Social-Sharing-Buttons benutzt, der sollte diese Häkchen allerdings besser nicht setzen. Ansonsten werden Social-Sharing-Buttons (im Beispiel unter einem Artikel bei Zeit-Online) nicht mehr dargestellt:

2.3 Was wir durch die Anpassungen erreichen
Unsere Anpassung besteht demnach darin, weitere Filterlisten zu aktivieren, die uBlock Origin zwar mitbringt, aber standardmäßig deaktiviert sind. Das hat einen simplen Hintergrund: Mit den Standardeinstellungen ist das »Risiko« gering, dass Webseiten nicht mehr funktionieren wie ursprünglich vorgesehen. Sobald wir weitere Filterlisten aktivieren, steigt das Risiko, dass gewisse Funktionen oder Inhalte auf Seiten ausgeblendet bzw. blockiert werden. Was erreichen wir allerdings durch die aufgezeigten Anpassungen?:
- Werbung: Werbung wird effektiver gefiltert.
- Tracker: Tracker und Social-Media-Buttons werden vermehrt blockiert bzw. am Nachladen gehindert.
- Zielgruppe: Anfänger, die sich zutrauen ein paar Änderungen vorzunehmen.
- Benutzerfreundlichkeit: Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit werden die meisten Webseiten auch nach den Anpassungen ohne Probleme funktionieren – eine Interaktion mit dem Addon kann in Einzelfällen allerdings notwendig sein.
- Schutzfaktor: Ein erweiterter, solider Grundschutz gegen Werbung und Tracker.
Hinweis
Wenn eine Webseite nach der Erweiterung der Filterlisten nicht mehr wie gewohnt funktioniert, kann es insbesondere für Anfänger schwierig sein, das »Problem« zu beheben. Nutzt daher einfach die Kommentarfunktion, wenn ihr auf Probleme stoßt. Wir schauen dann gemeinsam, ob wir eine Lösung finden.
2.4 Erklärung der Anzeige
Abschließend werfen wir noch einen Blick auf die Anzeige von uBlock Origin, die sich mit einem Klick auf das Icon in der Symbolleiste aufrufen lässt:
![Anzeige [Easy-Mode] Anzeige [Easy-Mode]](https://media.kuketz.de/blog/artikel/2018/ublock-origin/anzeige-einfach.png)
In der Standardeinstellung ist die Anzeige auf das Notwendigste reduziert. Interessante Informationen werden dennoch eingeblendet. Im Beispiel habe ich »www.spiegel.de« aufgerufen:
- Insgesamt werden auf Spiegel-Online 11 externe Verbindungen blockiert. Gemessen an den Gesamtverbindungen, die beim Besuch auf Spiegel-Online vom Browser initiiert werden, beträgt dies 9%.
- Insgesamt werden beim Besuch auf Spiegel-Online 3 anstatt 11 Domains aufgerufen. Es werden demnach 8 Domains, die Werbung, Tracker oder ähnliche unnötige »Internetkrankheiten« beinhalten, nicht aufgerufen bzw. blockiert.
- Ergänzung: Wer detaillierte Informationen möchte, welche Dritt-Ressourcen (Werbung, Tracker, usw.) Spiegel-Online einbindet, kann dies mit Webbkoll nachvollziehen.
Hinweis
Weshalb es nicht nur sinnvoll sondern essentiell geworden ist, Domains / Drittquellen, die Werbung oder Tracker beinhalten, zu blockieren, könnt ihr im Beitrag »Das kranke WWW: Stop using Google Web-Services« nachlesen.
3. uBlock Origin: Fortgeschrittene
Bevor wir mit der Konfiguration von uBlock Origin beginnen, möchte ich euch noch einen zusätzlichen Hinweis mit auf den Weg geben:
- Die vorgeschlagenen Anpassungen von uBlock Origin können Nebenwirkungen auf die Funktionsweise weiterer Addons haben. Wer bspw. zusätzlich NoScript verwendet, der muss selbst abwägen, ob er mit uBlock Origin »Skripte von Drittseiten« standardmäßig blockiert oder die Verwaltung von JavaScript-Ressourcen gänzlich NoScript überlässt.
3.1 Medium mode
In der Standardeinstellung ist uBlock Origin ein auf Filterlisten basierter Werbe- und Trackingblocker. Der »easy mode« inklusive der Aktivierung weiterer Filterlisten bietet für Anfänger einen soliden Grundschutz.
Fortgeschrittene Anwender können durch die weitere Anpassung von uBlock Origin das Risiko vor schadhafter Online-Werbung und Privatsphäre gefährdenden Trackern weiter reduzieren, indem sie zum »medium mode« wechseln.
Bevor wir uBlock Origin anpassen, möchte ich noch kurz auf die Vor- und Nachteile des »medium modes« eingehen:
- Geschwindigkeit: Im Vergleich zum »easy mode« werden Webseiten merklich schneller geladen. Dieses insbesondere deshalb, weil wir das Nachladen von Skripten (JavaScript) aus Dritt-Quellen nicht mehr zulassen.
- Werbung: Vergleichbar mit dem »easy mode«, nachdem (wie oben dargestellt) die zusätzlichen Filterlisten aktiviert wurden. Bedeutet: Werbung wird effektiver gefiltert.
- Tracker: Merkliche Reduzierung der Tracker, die insbesondere aus Drittquellen stammen, von denen JavaScript (nun nicht mehr) nachgeladen wird.
- Zielgruppe: Technisch versierte Anwender, die das Prinzip von der Verwendung / Einbindung von Drittquellen in Webseiten verstanden haben und bereit sind, individuelle Regeln für Seiten zu erstellen.
- Benutzerfreundlichkeit: Mit einer (sehr) hohen Wahrscheinlichkeit werden einige Webseiten nicht mehr korrekt funktionieren – eine Interaktion mit dem Addon wird erforderlich sein.
- Schutzfaktor: Insbesondere der Schutz der Privatsphäre wird beim »medium mode« verbessert, da viele Drittquellen (insbesondere JavaScript) erst gar nicht mehr in den Kontext einer Webseite nachgeladen werden. Dies geschieht erst dann, wenn wir eingreifen und dies erlauben.
Der Zugewinn an Geschwindigkeit und Sicherheit / Privatsphäre hat seinen Preis: Einige Webseiten werden nicht mehr wie gewohnt funktionieren und eine individuelle Anpassung über die Dynamic-Filtering-Funktion erforderlich machen. Das klingt zunächst aufwendiger und zeitraubender, als es eigentlich ist. Wenn ihr das Prinzip des Dynamic-Filterings verstanden und verinnerlicht habt, dann ist es irgendwann nur noch eine Fingerübung, eine nicht funktionierende Webseite wieder gangbar zu machen.
Anhand von einem Beispiel (Ziffer 3.5) werde ich das später kurz erläutern, empfehle euch allerdings dennoch einen Blick in das uBlock Origin Wiki: Dynamic-Filtering.
3.2 Konfiguration
[1] Zunächst öffnen wir das »Dashboard« von uBlock Origin:

[2] Es öffnet sich direkt das Tab »Einstellungen« unter dem wir folgende Häkchen ergänzen:

[3] Anschließend wechseln wir auf den Tab »Vorgegebene Filter« und ergänzen folgende Häkchen bei »Werbung«, »Privatsphäre« und »Regionen, Sprachen«:

[4] Als letzter Schritt kommt die wohl wichtigste Anpassung unter dem Tab »Meine Regeln«. Ergänzt rechts (Temporäre Regeln) folgende zwei Zeilen:
* * 3p-script block * * 3p-frame block
Anschließend klickt ihr zunächst auf »Speichern« und zum Schluss auf »<-Dauerhaft speichern«. Auf der linken Seite (Permanente Regeln) sollte es dann folgendermaßen aussehen:

Hinweis
Im Wiki von uBlock Origin sind für den »medium mode« andere Einstellungen vorgeschlagen als im vorliegenden Beitrag. Die Abweichungen sind allerdings marginal.
3.3 Was wir durch die Anpassungen erreichen
Durch die Anpassungen werden insbesondere drei elementare Änderungen vorgenommen:
- Erweiterter Modus: Wir aktivieren den Modus für »erfahrene Anwender«, der den Zugriff auf das Dynamic-Filtering erlaubt. Unter Ziffer 3.4 gehen wir kurz auf die veränderte Anzeige ein.
- JavaScript: Durch die Anwendung der Regel (* * 3p-script block) wird JavaScript von Drittseiten nun nicht mehr geladen. Ruft ihr bspw. Spiegel-Online auf, wird JavaScript nur dann im Browser geladen, wenn es direkt von der Domain »www.spiegel.de« ausgeliefert wird. JavaScript von Drittquellen wie bspw. »google.com« wird zunächst blockiert und erst nach manueller Freigabe geladen. Diese Einstellung ist vergleichbar mit NoScript, wenn JavaScript aus Erstquellen (1st-Party) automatisch erlaubt ist.
- Frames: Durch die Anwendung der Regel (* * 3p-frame block) wird das Einbinden von Frames unterbunden. Frames sind in Praxis heute nur noch selten anzutreffen und eher ein Relikt aus der Vergangenheit.
In der Studie (Cross-)Browser Fingerprinting via OS and Hardware Level Features wird aufgezeigt, dass sich über Browser-Merkmale (Bildschirmauflösung, Farbtiefe, etwaige im Browser installierte Plugins oder Schriftarten) 99,24 % der Besucher wiedererkennen lassen. Das Auslesen dieser Merkmale geschieht im Normalfall via JavaScript. Werden diese »Datensammler« bzw. Drittquellen (JavaScript) allerdings via uBlock Origin blockiert, wirkt sich das äußerst positiv auf die Privatsphäre beim Surfen aus.
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3.4 Erklärung der Anzeige
Abschließend werfen wir noch einen Blick auf die Anzeige von uBlock Origin, die sich mit einem Klick auf das Icon in der Symbolleiste aufrufen lässt:

Aufgrund der Freischaltung »erfahrener Nutzer« werden auf der linken Seite nun alle Domains aufgelistet, die eine Seite (ohne unser Wissen) kontaktieren. Am Anfang einer Zeile (bspw. spiegel.de oder criteo.net) wird farblich markiert, ob Inhalte von der jeweiligen Domain nachgeladen wurden:
- Grün: Alle Aufrufe zur jeweiligen Domain wurden erlaubt.
- Gelb: Einige Aufrufe zur jeweiligen Domain wurden blockiert. Bei Spiegel-Online wurde unter anderem blockiert:
- Social-Media-Buttons
- Hinweismeldung gegen Adblocker
- Das Nachladen von Schriften
- Rot: Alle Aufrufe zur jeweiligen Domain wurden blockiert.
Der Unterschied zum »easy mode« in Zahlen:
- Insgesamt werden auf Spiegel-Online 25 (zuvor 11) externe Verbindungen blockiert. Gemessen an den Gesamtverbindungen, die beim Besuch auf Spiegel-Online vom Browser initiiert werden, beträgt dies 20% (zuvor 9%).
- Insgesamt werden beim Besuch auf Spiegel-Online 2 (zuvor 3) anstatt 11 Domains aufgerufen. Es werden demnach 9 (zuvor 8) Domains, die Werbung, Tracker oder ähnliche unnötige »Internetkrankheiten« beinhalten, nicht aufgerufen bzw. blockiert.
Wenn ihr nun wissen wollt, welche Ressourcen (Bilder, JavaScript, Schriften, usw.) uBlock Origin durchlässt bzw. blockiert, dann öffnet dazu das »Protokoll der Netzwerkanfragen« und macht euch selbst ein Bild:

3.5 Dynamic-Filtering in Aktion
Der »medium mode« blockiert das Nachladen von Skripten und Frames aus Drittquellen – ein guter Kompromiss aus Nutzbarkeit und mehr Sicherheit / Privatsphäre, da CSS (Cascading Style Sheets), Bilder oder Skripte von der aktuell aufgerufenen Seite nicht blockiert werden. Falls eine Webseite also nicht korrekt funktioniert, müsst ihr zwar händisch nachbessern, der Aufwand hält sich allerdings in Grenzen.
Hinweis
Ihr müsst die Einstellungen für eine Seite, die nicht wie gewohnt funktioniert, nur einmal vornehmen und könnt die Änderungen dann (dauerhaft) speichern. Beim nächsten Besuch der Seite wird uBlock Origin eure individuellen Einstellungen für die Seite laden.
Am Beispiel von mailbox.org, die bei der Registrierung Google reCAPTCHAs verwenden, möchte ich euch das Prinzip des Dynamic-Filterings demonstrieren. Auf mailbox.org könnt ihr euch ein neues E-Mail-Konto anlegen. Nach dem Aufruf von Registrieren könnt ihr zunächst einen Benutzernamen und ein Passwort auswählen. Mit einem Klick auf »Weiter« gelangt ihr dann zu einer weiteren Seite, auf der ihr weitere Angaben machen sollt und zum Abschluss ein Google reCAPTCHA lösen müsst. Das Problem: Das Google reCAPTCHA ist nicht sichtbar, da uBlock Origin das Nachladen von JavaScript aus Drittquellen (google.com / gstatic.com) verhindert. Wir können das reCAPTCHA also nicht lösen, da es für uns nicht sichtbar ist:

Rufen wir also das Dashboard von uBlock Origin auf:

Im Dashboard ist erkennbar, dass die Domain google.com (rot) vollständig blockiert wird. Um diese Domain jetzt nur für die aktuelle Webseite (mailbox.org) zuzulassen, klicken wir in der [Spalte: Lokal] / [Zeile: google.com] ganz links auf das grüne Icon [1]. Anschließend können wir die Seite erneut laden [2] und die Änderungen sichtbar machen. Bei Bedarf könnt ihr die Regel mit einem Klick auf das Schlosssymbol [3] dauerhaft speichern – tut ihr das nicht, gilt die Regel nur temporär.
Nach dem erneuten Nachladen der Webseite stellt ihr fest: Das Google reCAPTCHA wird noch immer nicht eingebunden. Werfen wir also erneut einen Blick in das Dashboard:

Wir müssen auch noch die Domain »gstatic.com« freigeben, um das Google reCAPTCHA einzublenden. Also klicken wir erneut in der [Spalte: Lokal] / [Zeile: gstatic.com] mittig auf das graue Icon [1] und erlauben damit das Nachladen der Ressourcen von »gstatic.com«. Anschließend können wir die Seite erneut laden [2] und das Google reCAPTCHA sichtbar machen, um die Registrierung abzuschließen.
Hinweis
Anfangs ist es schwierig herauszufinden, welche Domains ihr erlauben müsst, um die vermisste Funktionalität auf der Webseite freizuschalten. Das »Protokoll der Netzwerkanfragen« kann euch bei der Analyse unterstützen – eine einfache Lösung gibt es leider nicht. Generell gilt eine einfach Regel: Gebt nur so viele Domains frei, wie für die Seitendarstellung unbedingt notwendig sind.
Zum Abschluss noch in Hinweis zu den dynamischen Filterregeln:
![]()
Wenn ihr ihr das Nachladen von Ressourcen (JavaScript) für Drittquellen erlauben möchtet, habt ihr die Auswahl zwischen drei Farben:
- Grün: Das Nachladen aller Ressourcen von der jeweiligen Domain wird erlaubt.
- Grau: Das Nachladen von Ressourcen für die jeweilige Domain ist erlaubt, allerdings werden zusätzlich die statischen Filterlisten angewendet. Im Gegensatz zu »grün« habt ihr mit dieser Auswahl einen gewissen Basisschutz, da die Filterregeln angewendet werden.
- Rot: Blockiert das Nachladen jeglicher Ressourcen von der jeweiligen Domain.
Empfehlung: Wenn ihr das Nachladen von Ressourcen für eine Domain erlauben müsst, dann solltet ihr es zunächst mit der mittleren Auswahl (grau) versuchen.
4. Fazit
uBlock Origin bietet noch mehr Funktionsumfang, als im vorliegenden Beitrag aufgezeigt. Unter anderem bietet es noch einen hard- und nightmare-mode für ambitionierte Anwender und Profis. Aber bereits in der Standardeinstellung »easy mode« erweist sich uBlock Origin als effizienter und äußert effektiver Werbe- und Trackingblocker, der gerade für Anfänger einen guten Grundschutz bietet.
Fortgeschrittene Anwender können im »medium mode« dann weitere Funktionen freischalten und via Dynamic-Filtering steuern, von welchen Domains Inhalte nachgeladen werden dürfen. Im Gegensatz zu uMatrix funktioniert das zwar nicht so feingranular, dürfte für die meisten Anwender allerdings ein guter Kompromiss zwischen Nutzbarkeit und den Zugewinn an Sicherheit / Privatsphäre darstellen.
In den nachfolgenden Teilen der Serie »Firefox-Kompendium« werde ich euch weitere Firefox-Addons und Einstellungen vorstellen. Insbesondere wenn neben uBlock Origin weitere Addons wie NoScript oder Decentraleyes installiert sind, bedarf es weiteren Überlegungen und Anpassungen, damit euch die Addons möglichst effektiv beim Surfen im Internet schützen können.
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